Die Insel Elba

Kaum ein anderes derart kleines Stück Erde inmitten des Meeres hat eine so reiche und bewegte Geschichte wie die Insel Elba.

Erste Erwähnungen Elbas findet man aus weit zurückliegenden Epochen, zu einer Zeit, als Legende und Geschichte noch eng miteinander verbunden waren.

Die jüngere Geschichte zeigt, dass vor allem zwei Faktoren das Schicksal Elbas stets bestimmt haben: die strategisch günstige Lage und die großen Mineralvorkommen. Diese beiden Charakteristiken machten die Insel besonders attraktiv für die verschiedensten Herrschermächte des Mittelmeergebietes.

Den Etruskern brachte der Abbau des Eisenvorkommens Elbas großen Wohlstand und trug zum Aufblühen ihrer Zivilisation bei.

Auch die Römer wussten das Eisen Elbas zu schätzen. Sie entdeckten jedoch auch die heilende Wirkung des Schlamms der Thermen, was belegt ist durch den Fund der Überreste einer der beiden reichen Patriziervillen in nächster Nähe zu den heutigen Thermalanlagen. Im Mittelalter sicherte sich die einstige Seemacht Pisa die Herrschaft der Insel und ließ beeindruckende Bauwerke zur Verteidigung errichten, die die damalige Bedeutung Elbas belegen.

Daraufhin folgte die Oberherrschaft der Familien Appiani und de’ Medici. Cosimo de’ Medici baute auf den Resten des römischen Fabricia sein "Cosmopoli" (heute Portoferraio), das er mit einer mächtigen Befestigungsanlage umgab, um die Bewohner vor den Übergriffen der Piraten zu schützen.

Auch die Spanier drückten der Insel während ihrer Besatzung baulich ihren Stempel auf. Sie errichteten in dem kleinen Dorf Porto Azzurro, am Fuß der Halbinsel, als Verteidigungsanlage die imposante Festung und heutige Strafanstalt San Giacomo.

Im 18. Jahrhundert zog Elba auch das Interesse der europäischen Großmächte wie England, Deutschland und Frankreich auf sich, die sowohl mit Mitteln der Diplomatie als auch mit Waffengewalt versuchten, die Insel unter ihre Herrschaft zu stellen.

In der jüngeren Geschichte war es der gerade einmal 10 Monate dauernde Aufenthalt Napoleons auf der Insel (bis zum Verlassen des Exils und dem Beginn der Herrschaft der 100 Tage), der Elba weltweit berühmt machte.

Die Präsenz Bonapartes auf der Insel hinterließ bedeutende Spuren (man muss stets daran erinnern, dass Napoleon Herrscher über das Fürstentum Elba war und sich nicht nur in Verbannung befand, wie später auf der Insel St. Helena im Südatlantik).

Auf Elba zeugen auch heute noch viele Bauten und Funde von dieser bewegten Vergangenheit: Archäologische Fundstücke, militärische Strukturen, die Residenzen Napoleons und zahlreiche Schiffsbergungen entlang der Küste von Schiffen, die den Wein Elbas zu den bedeutendsten Stätten des Mittelmeergebietes transportierten. Archäologisch und historisch ist die Insel Elba somit hochinteressant für all diejenigen, die sich für Geschichte begeistern.